Dumm ist nicht der, der nicht alles weiß, sondern wer glaubt, er würde bereits genug wissen.

10 Tipps für Nachwuchsführungskräfte (2. Teil)

29. November 2016

Letzte Woche haben wir Ihnen die ersten fünf Tipps für Nachwuchsführungskräfte verraten - von dem Gefühl der Selbstverständlichkeit, mit der Sie die neue Position ausfüllen müssen bis hin zu der Notwendigkeit situativer hierarchischer Kommunikation.

Heute wollen wir Ihnen die nächsten fünf Punkte vorstellen. Wir freuen uns ausserdem immer über Ihre Kommentare und Rückmeldungen!

6. Beurteilen Sie nur, wenn es unumgänglich ist, aber dann sachlich

Es gehört viel Übung und Fingerspitzengefühl dazu, Mitarbeiter und Situationen zu beurteilen ohne dabei von persönlichen und sogar emotionalen Faktoren geleitet zu werden. Zu Ihrer Aufgabe als Führungskraft gehört es, sich die Neutralität eines Richters anzueignen.

Die schlimmsten Fehler, die Nachwuchsführungskräfte begehen können, stammen aus dem Unvermögen, innerlich von einem Sachverhalt Abstand nehmen zu können und dadurch Urteile zu fällen, die emotional gefärbt sind. Um sich ein ungetrübtes Bild zu machen, ist es generell hilfreich, mehr zuzuhören als zu sprechen und zu beobachten ohne Urteile zu fällen. Sie dürfen beurteilen, aber niemals verurteilen.

7. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter ein

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Gelegenheit an, sich aktiv an Projekten und Entscheidungen zu beteiligen. Natürlich können Sie niemanden zwingen, aber manches verhaltene Mauerblümchen vermag mit einem Mal aufzublühen, wenn Sie ein urteilsfreies, offenes Forum für den Austausch von Ideen schaffen.

Vor allem Nachwuchsführungskräfte laufen nämlich Gefahr, aus Unwissenheit oder sogar Übermut falsche Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie aber erfahrene Mitarbeiter im Vorfeld mit einbeziehen um so eine sichere und erfolgreiche Entscheidungsgrundlage zu schaffen, haben Sie eine der wichtigsten Führungskompetenzen gemeistert.

8. Vermeiden Sie unaufgefordert Ratschläge zu geben

Als neue Führungskraft haben Sie mitunter mit Ihrem neuen Stand zu kämpfen.  Nicht selten sind die Junioren unter den Chefs von Minderwertigkeitskomplexen geplagt, die sie dann mit Ratschlägen zu übertuschen versuchen. Selbst wenn diese gut gemeint sind, laufen Sie Gefahr, als Besserwisser empfunden zu werden und das schadet letztendlich Ihrer Stellung.

Vor allem wenn ehemalige Kollegen nun zu Ihrem Mitarbeiterstab gehören, werden diese Ihren „Rat“ als unsachgemäße Bevormundung empfinden und es ist besser sich auf die Lippen zu beißen. Wenn Sie expliziert von langjährigen Mitarbeitern um Rat gefragt werden, dann können Sie dies auf der anderen Seite als grandiosen Erfolg und Vertrauensbeweis verbuchen!

9. Zeigen Sie auch dann Respekt, wenn es zu Leistungsminderungen kommt

Was auf den ersten Blick fast unlogisch wirkt, ist eines der größten Asse, die Sie als junge Führungskraft im Ärmel haben können. Respekt und Einfühlungsvermögen zu beweisen für einen langjährigen Mitarbeiter, der temporär mit krankheitsbedingten Leistungsausfällen zu kämpfen hat, kann eine extreme Herausforderung für Nachwuchsführungskräfte sein, die voller Energie und Tatenkraft sind. Merken Sie sich aber, dass das größte Potential, das ältere Mitarbeiter Ihnen voraushaben, deren Erfahrung ist – und das können Sie beim besten Willen nicht aufholen.

Zeigen Sie diesen Mitarbeitern Ihre Wertschätzung, indem Sie ihnen Zeit geben, sich in Ruhe auszukurieren. Die gegenseitige Loyalität wird Ihnen mit einer positiven Leitungssteigerung und ungebremstem Engagement vergütet werden, sobald der Mitarbeiter wieder einsatzbereit ist.

10. Seien Sie niemals hochtrabend

Wer in jungen Jahren schnell hoch aufsteigt, hat allen Grund, seinem Glücksstern zu danken. Doch vielen Nachwuchsführungskräften wird gerade hier eine gewisse Arroganz zum Verhängnis, die sich nicht unbedingt positiv auf die Persönlichkeit auswirkt. Auf Mitarbeiter wirkt das Angeber-Gehabe geradezu abstoßend und leistungsmindernd, und damit haben Sie Ihren Abstieg fast schon besiegelt. Denn nicht der Titel und das Einkommen machen Ihren Erfolg aus, sondern Ihr Team, und wenn sich das nicht mehr mit Ihrem Verhalten identifizieren kann, haben Sie Ihre Bodenhaftung verloren.

Bleiben Sie sich selbst und Ihren Mitarbeitern treu, indem Sie sich stets im Klaren darüber sind, woher Sie kommen und wem Sie Ihren Erfolg zu verdanken haben. Und lassen Sie sich Zeit. Oder um es in den Worten von Emil Oesch, dem erfolgreichen Schweizer Schriftsteller und Verleger zu sagen: „Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benutzen.“

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